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09.10.2018 :

Highlights aus Oper, Operette und Musical der 'AK'-Bigband

(Fotos : Moritz Michel (EF))

Eine Information des 'Antoniuskolleg' : "Das Erste und Vorzüglichste in der Musik, welches mit wunderbarer Zauberkraft das menschliche Gemüt ergreift, ist die Melodie“, heißt es bei E.T.A. Hoffmann. Besonders viel Zauberkraft müssen die Melodien der Bigband des Antoniuskollegs Neunkirchen am vergangenen Wochenende besessen haben. Die zahlreichen Zuhörer der beiden Herbstkonzerte zeigten sich nämlich ein ums andere Mal ergriffen von den Tonfolgen und Klängen, die die jungen - und jung gebliebenen (!) - Musiker/innen ihren Instrumenten entlockten.

Das Ambiente der Sporthalle in Neunkirchen wich schnell dem Gefühl, durch die Energie der Musik in einen der großen Opernsäle der Welt versetzt zu werden - inklusive der charakteristischen, leicht gedimmten Kronleuchter, mit welchem das Bühnenbild bestückt war. Geboten wurden unter der Gesamtleitung von Christoph Barth drei Stunden vorzüglicher Melodien, beeindruckender Soloeinlagen und sinfonischer Extraklasse.

Das Tor zu den Bühnen der Welt stießen die Schüler/innen der Bläserklasse 6b auf, indem sie die Anwesenden mit ihrem Stück "Defying gravity" (Stephen"L. Schwartz) aus dem Musical "Die Hexen von Oz" in die Umlaufbahn von Oper, Operette und Musical katapultierten. Nachdem die Musiker/innen in "Tomorrow" von Charles Strouse den Blick schon einmal selbstbewusst nach vorne gerichtet hatten, wurde spätestens in James Swearingens Komposition "A song of hope" deutlich :  Die Hoffnung auf eine musikalisch beeindruckende Zukunft der AK-Bigband kann schon heute als gesichert angesehen werden.

Apropos Zukunft :  Auch um zukünftige Moderatoren-Generationen muss dem Antoniuskolleg nicht bange sein. Emma Henning und Helena Tietz (7b) traten zu Beginn zwar äußerlich als Hexen auf, entpuppten sich aber wieder einmal als charmante und humorvolle Gastgeberinnen, die "den Laden jederzeit im Griff hatten". Nur einmal ließen sie sich von ihrem als Phantom der Oper verkleideten Co-Moderator Jakob Molinski - eigentlich im dunklen Anzug ganz Gentleman - einen Schrecken einjagen und durch den Saal scheuchen. Alle drei beherrschten ihr Handwerk.

Die nächsten musikalischen Highlights stammten aus dem Musical "Grease" (Casey Warren, Jim Jacobs) und führten die Vor-Bigband unter dem Dirigat von Sebastian Eichel auf die Bühne. Einen deutlichen Kontrast zur dynamischen Musik der Liebesromanze aus dem High-School-Milieu bildete die Melancholie der traditionellen Weise "Down by the Salley Gardens". Das Thema blieb das gleiche : Liebe. Und die Zuhörer zeigten sich erneut berührt.

Groovig kam George Gershwins "Summertime" daher, bekannt aus dem Musical "Porgy and Bess" und eine der meistgecoverten Jazz-Nummern aller Zeiten. Die Reminiszenz an den Sommer passte perfekt, denn der frühherbstliche Sonnenschein draußen vor der Halle war wie dafür gemacht, die Nonchalance des Stückes auch über die Saalgrenzen hinaus spürbar zu machen.

Die ganze Bandbreite aus Oper, Operette und Musical versprach der Auftritt des Sinfonischen Blasorchesters, in dem Oberstufenschüler/innen gemeinsam mit Eltern, Lehrern und externen Gästen musizieren. Den Anfang machte die "Fledermaus-Ouvertüre" von Johann Strauss aus der gleichnamigen Operette. Ohne einen echten Sopran kann es aber natürlich kein wahres Opern-Feeling geben. Dafür war jedoch gesorgt :  Sängerin Scarlett Pulwey, selber ehemalige Schülerin des AK, studiert zurzeit an der Musikhochschule Köln im Masterstudiengang "Gesang".

Bei der orchestralen Darbietung der Arien "Mein Herr Marquis" und "Im Feuerstrom der Reben" entfaltete sie zusammen mit den Bläsern eine unglaublich eindrucksvolle Klangkulisse, deren Energie nicht zuletzt der Stimmgewalt der Sopranistin entsprang. Stilecht wurde einigen Zuschauern dabei (fast echter) Champagner serviert. Die Überraschung war gelungen. Besonders gefühlvoll gelang der Solistin danach im brillanten Zusammenspiel mit dem Sinfonischen Blasorchester Georg Friedrich Händels "Ombra mai fù" aus der Oper "Xerxes".

Der Abschluss des ersten Konzertteils war nach der Ouvertüre der Jazzoper "Porgy and Bess" dann dem zweiten Solisten des Konzerts vorbehalten. Philipp Frings (8d), mittlerweile sogar Jungstudent der 'Robert Schumann Hochschule' Düsseldorf, zeigte, dass "Clarinet Crazy !" nicht nur eine Komposition aus Werken von George Gershwin ist, sondern auch ein absolutes Qualitätsmerkmal für einen Musiker sein kann. Geradezu meisterhaft zauberte er das jazzige Stück auf die Bühne, virtuos - und natürlich ohne Noten.

Oscarverdächtig blieb es, als die Stammbesetzung der Bigband den zweiten Teil des Konzerts mit einem sinfonischen Feuerwerk eröffnete. Ihre Interpretation der preisgekrönten Hits von Phil Collins aus dem Film-Soundtrack "Tarzan" bewies, dass der Variabilität der Melodien an diesem Tag keine Grenzen gesetzt waren. Und während man noch den zwei Welten Tarzans und seinem Herzschmerz nachhing, zeigte Bernadette Kompaß (EF), dass nicht nur die Profisopranistin Scarlett Pulwey jeden Ton zu treffen versteht. Mit viel Gefühl und raumfüllend intonierte sie "Ich gehör nur mir" (Michael Kunze) aus dem Musical "Elisabeth".

Das komplexe Zusammenspiel der Musiker/innen wirkte auch auf der Zielgeraden des Ausflugs in die Welt von Oper und Musical wie aus einem Guss - ein Höhepunkt jagte den nächsten. Zunächst überzeugten die Highlights aus dem Musical "Hairspray" (Marc Shaiman), dann erzeugte die Bigband - ein letztes Mal gemeinsam mit Scarlett Pulwey - einen Hauch von Broadway :  Claude-Michel Schönbergs "I dreamed a dream" stand der berühmten Version aus "Les Misérables" stimmlich und musikalisch jedenfalls in nichts nach.

Somit war es nur folgerichtig, dass die spannungsgeladene Dramatik von Frank Wildhorns "Jekyll and Hyde" gleich in doppelter Funktion daherkam :  Zum einen war sie Höhepunkt der musikalischen Reise, zum anderen Auftakt zu einem wahrlich furiosen Finale. Alle rund 110 Musiker/innen von Bigband und Sinfonischem Blasorchester beschlossen den Abend mit Welthits der Musicals "Phantom der Oper" (Andrew Lloyd Webber) sowie "Tanz der Vampire" (Jim Steinman). Die mehrfachen Standing Ovations eines begeisterten Publikums waren allen Beteiligten im Anschluss gewiss, hatten ihre Melodien die Anwesenden doch in ganz besonderem Maße angesprochen.

Schulleiter Gerhard Müller und seine Stellvertreterin Barbara Altmann ließen es sich deshalb auch nicht nehmen, den Verantwortlichen um Christoph Barth, den Musiker/innen und nicht zuletzt den engagierten Eltern persönlich für ihre besondere Arbeit zu danken. Gerade der Einsatz der Elternschaft sei maßgeblich für ein solch beeindruckendes, "berührendes" Konzert. Am Ende war es somit kaum verwunderlich, dass der ein oder andere im Saal die traditionellen "Irischen Segenswünsche" mit einem besonderen Strahlen in den Augen mitsang.
Sebastian Patt


 


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