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Neues Baugebiet im Norden Neunkirchens auf den Weg gebracht

Der Planungs-Ausschuß der Gemeinde hat in seiner Sitzung am Dienstag (15.01.) den Weg zur Entwicklung eines kleineren neuen Baugebietes beschritten. Dabei ist die gewünschte Bebauung des betreffenden Areals eigentlich ein "alter Hut". Schon vor Jahren gab es ein gleichlautendes Vorhaben, die bislang als Weide genutzte Wiese zwischen den letzten Häusern des "Legoland" genannten Wohngebietes im Norden Neunkirchens und der Eischeider Kreuzung zur Bebauung freizugeben.

Damals scheiterte der Wunsch, dort zusätzlichen Wohnraum zu schaffen, jedoch an den hohen Erschließenungskosten. Das Areal am 'Stehlsiefen' liegt zwar unmittelbar an der Landesstraße 352 (Hauptstraße), darf aber von dort nicht direkt angebunden werden, weil es außerhalb der geschlossenen Ortschaft liegt, die erst an der Einmündung der Berliner Straße beginnt. Die sogenannte Ortsdurchfahrt, gekennzeichnet durch einen Stein, beginnt sogar erst in Höhe des 'Aldi'-Marktes. Eine leichtere Erschließung in geradliniger Fortführung der Bonner Straße ist aufgrund früherer Bebauung unmöglich.

Daher muß die Zufahrt zu der geplanten Wohnbaufläche von der Eischeider Straße aus erfolgen. Aufgrund der Geländeform würde die Einmündung der Erschließungs-Stichstraße aber weit vom Kreuzungsbereich entfernt liegen, so daß die Zufahrt zum Wohngebiet eine Länge von 105 Metern messen wird. Zusätzliches Problem ist, daß diese Zufahrt nicht nur eine "Altablagerung", sondern auch besagten 'Stehlsiefen' im Quellgebiet des Ohlenhohnsbaches queren muß.
 

Das Plangebiet im Norden Neunkirchens (rote Markierung) mit den vorgesehenen Verkehrswegen (gelb) und der Abgrenzung zur Grünfläche innerhalb des Gebietes (grüne Linie) - (zugrundeliegendes Foto : Gemeindewerke)

 
Der Plangebiet umfaßt eine Fläche von gut 1,2 Hektar, wovon 50 Prozent als Wohnbaufäche, 20 Prozent als Verkehrsfläche und 30 Prozent als sogenannte private Grünfläche dienen soll. Mit Letzterem sind keine Gärten gemeint, sondern eine größere Pufferfläche zwischen den Wohnbau-Grundstücken und den ökologisch hochwertigen Biotopflächen im Bereich des Baches. Diese Grünfläche soll zum neuen Wohngebiet hin abgezäunt werden, um einem Betreten möglichst entgegenzuwirken.

Neben der 5,50 Meter breiten Zufahrt von Osten soll das Areal im Westen über einen Fußweg an die Bonner Straße im bestehenden Wohngebiet angebunden werden. Dieser findet dort Anbindung an einen vorhandenen Stichweg. Im Bereich der neuen Wohnbebauung soll die Verkehrsfläche sieben Meter breit ausgeführt werden, um auch das Parken zu ermöglichen. Für die erste Wohnung jedes Grundstückes müßten aber zwei Parkplätze, für jede weitere Wohnung ein Parkplatz auf dem privaten Grund nachgewiesen werden. Ein Wendehammer am Ende der Stichstraße soll so bemessen werden, daß auch Müllfahrzeuge wenden können. Eine zunächst vorgesehene Trennung von Straßenraum und Gehweg sei verworfen worden, so daß eine Mischverkehrsfläche geplant wird.

Die vorgesehene Wohnbaufläche soll sich beidseits der parallel zur Landesstraße verlaufenden Stichstraße erstrecken. Laut Planungsbüro könnten theoretisch bis zu 20 Baugrundstücke entstehen. Aufgrund der bestehenden Parzellenaufteilung unter drei verschiedenen Eigentümern seien aber nur zehn bis 15 Grundstücke zu erwarten, wahrscheinlich sechs pro Straßenseite. Um den Schallschutz zu gewährleisten, sei entlang der Landesstraße eine zwei Meter hohe Lärmschutzwand erforderlich.

Es könnten sowohl Einfamilien- als auch Mehrfamilienhäuser mit maximal zehn Metern Höhe über dem Niveau der Erschließungsstraße mit einem Mindestabstand von drei Metern zur Straße und einer Bautiefe von maximal 15 Metern errichtet werden. Da es sich um einen Angebots-Bebauungsplan handele, dürfe jeder - im genannten Rahmen - eine Hausgröße errichten, wie er wolle. Bei Mehrfamilienhäusern mit mehr als drei Wohnungen werde jedoch auch die teilweise Schaffung von Wohnraum mit Sozialbindung festgelegt.

Letzteres kritisierte die SPD-Fraktion. Wenn man sich auf drei Wohnungen pro Haus beschränke, sei man dort raus. Man müsse sicherstellen, daß bezahlbare Wohnungen entstehen. Auch wurde eine Aufenthaltsfläche, etwa ein kleiner Spielplatz, in der Planung vermißt. Bedenken wurden auch an der Erschließung über den Bach hinweg geäußert. Während alle anderen Fraktionen den Bebauungsplan zustimmend zur Kenntnis nahmen, stimmten zwei Vertreter der 'Bündnis 90 / Grünen' dagegen. Durch die lange Erschließungsstraße würde zu viel Fläche versiegelt, so die Begründung. Einstimmig wurde dagegen die Offenlage des Bebauungsplanes beschlossen. Im weiteren Verfahren dürfen auch übergeordnete Behörden noch mitreden. (cs)
 

17. Januar 2019

Der nördliche Teil des beplanten Areals südöstlich der Landesstraße 352, die Zufahrt soll aus Richtung des Strommastes im Hintergrund rechts von der Eischeider Straße aus erfolgen
Blick über das Plangebiet in Sichtrichtung Neunkirchen auf die Häuser der Bonner Straße
Die vorgesehene Zufahrt von der Eischeider Straße aus, hinter den Bäumen links das Plangebiet