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- Der vor rund 40 Jahren errichtete 'ALDI'-Markt an der Neunkirchener Eisenerzstraße
Neubau-Planung von 'ALDI'- und 'dm'-Markt in Neunkirchen
Schon seit Jahren werden Neuentwicklungen im Bereich des sogenannten "Sondergebietes Einzelhandel Ohlenhohn" in Neunkirchen erwartet. Vor nunmehr acht Jahren wurde der 'REWE'-Markt von der Ohlenhohnstraße in den wesentlich größeren Neubau an der Eisenerzstraße verlagert. Die Ansiedlung eines Drogeriemarktes am freigewordenen Standort war im Gespräch, realisiert wurde dies bislang aber nicht.
Dennoch blieb das alte Supermarkt-Gebäude nicht leerstehend. In den Räumen wurden verschiedene Gewerbebetriebe ansässig. Genutzt wurde es unter anderem von einem Anbieter von Solartechnik, als Sammellager für Hilfsgüter nach der Flut im Ahrtal und auch im Kreisgebiet 2021, als Corona-Testzentrum, für einen Versandhandel von Verpackungs-Material und als Paketshop für mehrere Logistikunternehmen.
Vor kurzem kam nun Bewegung in die Entwicklung des Areals. Die Immobilien-Tochter von 'ALDI Süd' hat in Erweiterung ihres eigenen Grundstücks eingangs der Eisenerzstraße das angrenzende Grundstück des früheren 'REWE'-Marktes nebst des zugehörigen ehemaligen Getränkemarktes erworben. Ziel ist eine weitgehende Neubebauung des Areals, die auch den bestehenden 'ALDI'-Markt selbst umfasst.
Nach den Planungen soll für den Discounter nicht nur ein Neubau errichtet werden, dieser soll auch an einer anderen Stelle auf dem Grundstück realisiert werden. Das 6,20 Meter hohe, mit gut 1.700 Quadratmetern deutlich größer dimensionierte Gebäude - davon rund 1.100 Quadratmeter Verkaufsfläche - rückt nahe an die Eisenerzstraße heran, soll auf dem bisherigen Parkplatz des Marktes entstehen, wobei sich die Flächen von Alt- und Neubau teilweise überschneiden. Ein etwas flacherer Anbau von gut 170 Quadratmetern soll eine Bäckerei-Filiale mit Außengastronomie aufnehmen.

- Der 'ALDI'-Neubau soll größtenteils auf dem derzeitigen Parkplatz des Marktes errichtet werden
Der bestehende Markt wird demnach ebenso abgerissen wie auch das Gebäude des früheren 'REWE'-Marktes. Auch hier ist ein Neubau geplant - wiederum auf der bisherigen Parkplatzfläche. Das sechs Meter hohe, rund 980 Quadratmeter große Gebäude - davon rund 80 Prozent Verkaufsfläche - liegt dann fast unmittelbar an der Ohlenhohnstraße. Die schon früher angedachte Nutzung wird umgesetzt, hier soll ein Drogeriemarkt einziehen.
Laut 'ALDI' sei man sich - auch wenn die Verträge Mitte Juni noch nicht unterzeichnet waren - handelseinig mit der in Karlsruhe beheimateten Kette 'dm' ('drogerie-markt'), die damit in Neunkirchen ihre erste Filiale in den vier Kommunen des Bergischen Rhein-Sieg-Kreises eröffnen wird.
Nur der frühere Getränkemarkt mit seinen Wohnungen im Obergeschoss bleibt erhalten, der Eingang wird aber von der Südwest- auf die Nordwestseite verlegt und somit auf den Eingang des Drogeriemarktes ausgerichtet. Eine laut Planung vorgesehene Nutzungsänderung weist einen Mode-Fachmarkt in den Räumlichkeiten aus.
Zwischen den Neubauten des 'ALDI'- und des 'dm'-Marktes soll zentral ein gemeinsamer Parkplatz mit laut Planung 73 Stellplätzen angelegt werden. Weitere sechs Stellplätze sind neben dem Drogeriemarkt, 17 rund um den ehemaligen Getränkemarkt vorgesehen. Die Zufahrt und Ausfahrt des Parkplatzes soll von der Ohlenhohnstraße aus zwischen dem Drogerie- und dem Ex-Getränkemarkt hindurch erfolgen.
Für Fußgänger/innen soll wieder - wie auch derzeit - ein direkter Zugang vom Gehweg der Hauptstraße zum Parkplatz geschaffen werden, um unnötige Umwege zu vermeiden. Kam ein solcher Zugang bislang dem Fußverkehr aus Richtung Zentrum zugute, profitieren zukünftig besonders Anwohner/innen aus den nördlichen Wohngebieten wie Höfferhof oder dem "Lego-Land" davon.
Die bisherige Zufahrt des 'ALDI'-Marktes wird dann nur noch dem Anlieferverkehr dienen. Im zuständigen Ausschuss für Gemeindeplanung und Ortsentwicklung gab es Kritik daran, weil der Verkehrsfluss über den Kreisel an der Eisenerzstraße leistungsfähiger ist als über die Einmündung der Ohlenhohnstraße in die Hauptstraße. Vielen Verkehrsteilnehmern/innen sind dortige Wartezeiten noch aus der Phase bekannt, als durch den früheren 'REWE'-Markt' ein höheres Verkehrsaufkommen auf der Ohlenhohnstraße herrschte.
Eine Zufahrt zum zentralen Parkplatz von der Eisenerzstraße aus sei geprüft worden, hieß es seitens 'ALDI'. Aufgrund des schmalen, langgezogenen Grundstücks sei eine dann notwendige zusätzliche Wegeverbindung entlang des neuen Supermarktes aber nicht möglich. Dann würde das Gebäude ein langer schmaler Schlauch, damit ungeeignet für die gewünschte Raumaufteilung. Verkehrszählungen hätten ergeben, daß die geplante Erschließung funktioniere. Somit wird später nur der Lieferverkehr von der Eisenerzstraße anfahren, wofür die Sattelzüge rückwärts rangieren müssen.

- Der Ende März in Bergisch Gladbach-Heitkamp eröffnete 'ALDI'-Neubau besitzt zwei zusätzliche Wohnetagen
Einen noch weitergehenden Änderungswunsch hatte die SPD-Fraktion mit einem Antrag für die Beratung im Ausschuss. Sie forderte, die geplanten neuen Märkte aufzustocken, um dringend benötigten zusätzlichen Wohnraum zu schaffen. Als Beispiel wurde der Ende März dieses Jahres eröffnete neue 'ALDI'-Markt in Bergisch Gladbach-Heitkamp mit zwei Wohnetagen genannt. Weiterhin solle auch der Parkplatz mit einer Wohnetage auf Stelzen überbaut werden.
Seitens 'ALDI' wurden die Forderungen zurückgewiesen. Man habe das Grundstück im Vertrauen auf das bestehende Planungsrecht erworben, Wohnraum sei demnach nicht vorgesehen. Die Ablehnung einer Mehrgeschossigkeit wird zudem mit der Wettbewerbs-Situation begründet. Eine dann notwendige Tiefgarage würde einen Nachteil gegenüber den direkten Wettbewerbern 'Netto' und 'Lidl' darstellen, die ebenfalls optimale Bedingungen hätten.
Man realisiere auch solche "Mixed-Use-Projekte" aus Gewerbefläche und Wohnraum, wenn es städtebaulich gefordert würde, aber nur als Kompromiss. Denn es gebe Schwierigkeiten bei der Vermarktung von Wohnungen über Supermärkten. Grund seien Lärm- und Abgas-Emissionen von LKW-Anlieferungen und dem Parkplatzverkehr, so auch beim angeführten Beispiel in Bergisch Gladbach-Heitkamp. Tatsächlich scheinen dort die allermeisten der 17 neuen Wohnungen noch nicht bezogen, obwohl das Gebäude seit Monaten fertiggestellt ist.
Letztlich zog die SPD ihren Antrag auf eine Überbauung von Märkten und Parkplatz, welcher im Ausschuss keine Mehrheit erzielt hätte, zurück, um die Realisierung der sonst begrüßenswerten Planungen nicht aufzuhalten. Es blieb die Notwendigkeit, für das Bauvorhaben notwendige Befreiungen vom geltenden Bebauungsplan zu beraten. Die beiden Marktgebäude liegen teils außerhalb der definierten Baugrenzen, einige Stellplätze außerhalb der diesbezüglichen Festlegungen.
Eine Änderung des Bebauungsplans hielt die Untere Bauaufsichtsbehörde bei der Kreisverwaltung für nicht notwendig. Statt dessen könnten Befreiungen vom Bebauungsplan erteilt werden, da sie städtebaulich vertretbar und auch unter Würdigung nachbarlicher Interessen mit öffentlichen Belangen vereinbar seien. Dementsprechend gab der Ausschuß letztlich einstimmig bei zwei Enthaltungen grünes Licht für die Umsetzung des Bauvorhabens in der von 'ALDI' vorgestellten Form. Ein konkreter Zeitplan für die Realisierung ist noch nicht bekannt. (cs)

- Das Gebäude des früheren 'REWE'-Marktes an der Ohlenhohnstraße wird abgerissen und durch einen Drogeriemarkt ersetzt

- Der frühere Getränkemarkt an der Ohlenhohnstraße bleibt erhalten und soll einen Mode-Fachmarkt aufnehmen

- geplante Anordnung der Neubauten (orange) auf dem Gelände des 'ALDI'- und des früheren 'REWE'-Marktes sowie des gemeinsamen Parkplatzes (blau) mit alleiniger Zufahrt von der Ohlenhohnstraße, gekennzeichnet sind die Ladeneingänge (Pfeile), vier Stellplätze für gehbehinderte Personen (G) und zwei Plätze an Ladesäulen (L), auf dem Plan fehlt noch der vorgesehene Zugang von der Hauptstraße aus - (Fotogrundlage : 'GEO-Basisdaten NRW', Bearbeitung : Studio 242)








